Die Verkostung von Single Malt Whisky – Das richtige Glas

 

Mit teurem Anzug in einem Chesterfield-Sessel sitzend, schauend auf die Skyline von New York, Zigarre paffend mit einem schwerem Glas von Whisky, halb gefüllt. Selbstverständlich wird es in wenigen Zügen, zeitlich kaum einzugrenzen, geleert.

Dieses Bild vom Trinken ist derart verbreitet, dass es in unzähligen Fernsehserien, Kinofilmen un.d sogar Videospielen vorkommt. Sage ich wem, dass ich Whisky trinke, so hält man mich schnell für einen abgehobenen Alkoholiker, der sich für 30,00 € pro Glas den Stress wegtrinkt. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus…

Ja, Whisky kann teuer sein und ja, hundert Euro pro Flasche sind schnell ausgegeben, sehe ich mir aber den Kreis der maltheads an, so finde ich dort keine abgehobenen Alkoholiker, sondern Genießer aller gesellschaftlichen Klassen. LKW-Fahrer, Gerüstbauer, Kaufleute, Unternehmer, Vorstandsmitglieder und… und...und.

Alle haben ein gemeinsames Hobby, welches sich eben nicht über das oben beschriebene Sinnbild verallgemeinern lässt. Diese verzerrte Wahrnehmung beginnt beim Glas – Whisky kann man wie jedes andere Getränk aus einem Glas trinken, oder auch aus der Flasche. Man kann sich damit auch herrlich betrinken, aber darum geht es Genießern nicht. Um die Aromen zu ertasten, die verschiedenen Düfte wahrzunehmen, zu erahnen was gleich auf der Zunge folgen könnte, benötigt man nicht nur viel Zeit sondern auch das richtige Glas. Jenes ist nicht der oft gesehene schwere Tumbler, sondern ein sich nach oben verjüngendes, d.h. verengendes Glas, in welchem sich die Aromen erst entfalten können, um dann dem Riechkolben entgegen aufzusteigen, wo sie dann konzentriert aufgenommen werden. Dünnwandig sollte es sein, damit die Handwärme am Glas auch die verstecktesten Noten hervorbringen kann.

Jede/r malthead hat andere Vorlieben, ich selbst bevorzuge das Stielglas von Bugatti (links im Bild), aber jede/r Anfänger/in die der Meinung ist Whisky zu trinken, sollte sich gleich zu Beginn des Hobbys die richtigen Gläser zulegen, erst dann eröffnet sich einem die Welt des feinen Whiskys.