Whisky und Zigarren - Romeo y Julieta Short Churchill

Die Short Churchill ist eine kubanische Robusto aus dem Hause Romeo y Julieta. Die Rauchdauer wird mit ca. 60 Minuten angegeben. Die Zigarre ist 124 mm lang und verfügt über ein Ringmaß von 19,84 mm (50). Die vorliegende Zigarre wurde nicht zusätzlich im  Humidor nachgereift.

Vom Geschmack her gehört die Short Churchill eher zu den milderen Vertretern der kubanischen Zigarren. So zeigen sich Nüsse, erdige Tabaknoten sowie milde Holzaromen. Daneben Leder und ganz entfernt etwas Fruchtiges, was ein wenig an Trockenfrüchte erinnert. Zum Ende hin wird die Zigarre leicht pfeffrig.

Zur Zigarre gesellten sich 6 unterschiedliche Whisk(e)ys, 5 davon schottische Single Malts.

Whisky No. 1: Glenrothes Select Reserve, 43% alc. (Single Malt aus der schottischen Speyside) - Tastingnotes

Der Tabakrauch legt sich ein wenig über den Geruch des Whiskys, die Aromen sind nicht ganz leicht zu identifizieren. Der Glenrothes gehört eher zu den mild/fruchtigen Einstiegswhiskys der Speyside. Auf dem Gaumen wirkt der Single Malt in Verbindung mit der Zigarre viel fruchtiger, es entwickeln sich richtig schöne Honignoten, ansonsten hält der Tabak die Oberhand. Im Mund zeigen sich Nüsse, Getreide und das Malz vom Whisky. Der Abgang des Glenrothes entwickelt eine leichte Würze sowie Aromen von Schokolade und Kaffee.

Die Zigarre gibt etwas den Ton an, allerdings passt diese sanfte Kombination wirklich gut zueinander. Wertung: 4/5 Punkte

 

Whiskey No. 2: Red State Bourbon, 40% alc. (Bourbon aus Kentucky, USA)

Hier hat der Tabakrauch gegenüber der Nase des Bourbon kaum eine Chance, der Whisky verändert sich im Vergleich zur Verkostung ohne Tabak so gut wie gar nicht. Auf dem Gaumen sieht es dann schon anders aus: der Red State wirkt weitaus weniger süßlich und deutlich würziger, auch hier lässt die Short Churchill den Gaumen trocken wirken. Jetzt setzt sich die Nuss durch, zudem mischt sich diese mit einer leichten Vanillenote. Der Abgang trennt die beiden wieder etwas, der Alkohol sticht leicht unangenehm hervor.

Der Bourbon passt, allerdings nicht im Abgang - was wohl aber eher am Red State liegt. Wertung: 3/5 Punkte

 

Whisky No. 3: Old Pulteney 12 Jahre, 40% alc. (Single Malt aus den schottischen Highlands) - Tastingnotes

Der Tabakrauch verändert die Nase und konzentriert den Whisky auf das Malz. Daneben wirken Aromen von Sommerobst, Äpfeln sowie einer leicht trockenen Salzigkeit. Auf dem Gaumen bleibt der Old Pulteney was er immer war, erst im Abgang schmeichelt der Tabak den Whisky. Die Short Churchill unterstreicht wunderbar den vom Meer geprägten Charakter, ohne ihn jedoch zu verdrängen.

Whisky und Zigarre wirken hier harmonisch zueinander, ohne sich stark zu beeinflussen. Wertung: 4/5 Punkte

 

Whisky No. 4: Bowmore Enigma 12 Jahre, 40 % alc. (Single Malt von der Insel Islay, Schottland) - Tastingnotes

Der Whisky wirkt im Geruch viel milder als in der Verkostung ohne Zigarre. Der Torfrauch ist nur noch zu erraten. Es bleiben die mineralischen Aromen des Bowmore, vereint mit den Aromen der Short Churchill. Auf dem Gaumen scheinen vor allem die medizinischen Aromen des Whiskys hervor, zudem entwickelt sich (gemeinsam mit dem Tabak) eine leichte Pfeffernote, auch Gewürznelken sind mit von der Partie. Die Frucht gerät in den Hintergrund, es kristallisieren sich die gemeinsamen Aromen von Zigarre und Whisky. Der Abgang gehört ganz der Short Churchill, der Bowmore unterstreicht mit Trockenfrüchten.

Der Whisky gerät etwas in den Hintergrund und verliert seine eigentlichen Stärken, dennoch treten hier keine Fehlnoten auf. Daher ist ein gemeinsamer Genuss möglich. Wertung: 3/5 Punkte

  

Whisky No. 5: Glenfarclas 105, 10 Jahre, 60% alc. (Single Malt aus der schottischen Speyside) - Tastingnotes

In der Nase harmonieren Tabak und Whisky, der Glenfarclas bringt rote Beeren, Trockenfrüchte und Milchschokolade mit sich. Auf dem Gaumen zeigt sich der Whisky mit all seinen Stärken, die Zigarre harmoniert wunderbar. Die gemeinsam Aromen verbinden sich und enden in einer Würze, welche den gesamten Mundraum vereinnahmt. Die Früchte werden trockener, wirken aber auch sehr süß, dazu gesellen sich Nüsse, Nelken, Zimt und Pfeffer. Der Abgang gehört alleine dem Single Malt, auch hier unterstreicht die Short Churchill nur die Aromen. Die gemeinsamen Holznoten zeigen sich noch lange.

Dieser im Sherryfass gereifte Single Malt passt herrlich zur Short Churchill, allerdings kann die Fassstärke manch einem Genießer etwas bitter aufstoßen, ein paar Tropfen Wasser können daher hilfreich sein. Wertung: 5/5 Punkte

 

Whisky No.6: Classic of Islay, Cask No. 998, 55,4% alc. (Single Malt von der schottischen Insel Islay) - Tastingnotes

In der Nase geht der Single Malt etwas unter, der Torfrauch wirkt viel milder als sonst. Es lohnt sich das Glas mit der Hand etwas zu erwärmen. Dann erscheint der Rauch, welcher vor allem an Schinkenspeck, geräucherten Schinken, Waldhonig und Brackwasser erinnert. Auf dem Gaumen kommt eine kurze phenolische Rauchnote auf, zudem eine leicht fruchtige Süße sowie medizinische Aromen. Die Zigarre hat zwar Einfluss auf den Whisky, dieser lässt sich aber nur schwer beschreiben, auf jeden Fall nimmt der Tabak hier einiges an Wucht raus. Im Abgang wird die Verbindung auf einmal sehr phenolisch und rauchig, dazu explodieren Gewürze. Das Ganze wird etwas durch Kaffee, Bitterschokolade und Trockenfrüchte harmonisiert.

So ganz wissen die beiden nicht wirklich was miteinander anzufangen, beide Produkte verlieren zum Teil an Charakter und Stärke. Der Genuss ist zwar möglich, man kann aber gerne darauf verzichten. Wertung 2/5 Punkte

 

Im Fazit weiß die Short Churchill so manch einen Whisky zu unterstreichen. Empfehlen kann ich daher vor allem den Genuss mit milden und fruchtigen Whiskys. Auch eine Reifung im Sherryfass sieht daneben ganz gut aus.

Die Kandidaten im Test mit der Short Churchill